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Deutschland und Liechtenstein: Bilaterale Beziehungen

26.10.2020 - Artikel

Deutschland verbindet mit Liechtenstein traditionell eine enge Partnerschaft, die auf gemeinsamer Geschichte und Kultur sowie vielfältigen wirtschaftlichen, politischen und personellen Verflechtungen beruht. 2002 eröffneten Liechtenstein in Berlin eine Botschaft. Der deutsche Botschafter in Bern ist bereits seit 1992 auch in Vaduz akkreditiert. Ein Honorarkonsul amtiert seit 2005 für Deutschland in Liechtenstein. Liechtenstein hat seinerseits im Jahr 2008 Honorarkonsuln mit Sitz in Frankfurt am Main und München ernannt. Regelmäßige hochrangige Kontakte gewährleisten einen kontinuierlichen Meinungsaustausch zwischen beiden Regierungen. Besonders eng ist die Zusammenarbeit in den Vereinten Nationen und anderen internationalen Organisationen.

Deutschland ist (neben der Schweiz) der wichtigste Handels- und Wirtschaftspartner Liechtensteins - 21,2% der Warenexporte und 36,3% der Warenimporte fanden 2019 mit Deutschland statt. Der Gesamtumsatz im bilateralen Handel belief sich auf 1,09 Milliarden Euro. Der Kapitalbestand Liechtensteiner Investitionen in Deutschland betrug 2019 5,5 Milliarden Euro. Im Gegenzug hatten deutsche Investitionen in Liechtenstein einen Kapitalbestand von 933 Millionen Euro. In Liechtenstein waren 2018 rund 3.000 Personen in Unternehmen mit mehrheitlich deutschem Kapitalbesitz beschäftigt. Rund 180 Liechtensteiner Unternehmen beschäftigen in Deutschland 2018 rund 24.000 Arbeitnehmer und generierten einen Umsatz von 5,97 Milliarden Euro. Ein Abkommen über die Amtshilfe in Steuersachen nach OECD-Standard trat am 1. November 2010, ein umfassendes Doppelbesteuerungsabkommen am 19. Dezember 2012 in Kraft.

Die kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Liechtenstein sind eng und vielfältig. Das kulturelle Engagement Liechtensteins in Deutschland ist beachtlich. Es ist seit 2000 regelmäßig bei der Frankfurter Buchmesse präsent. Ein intensiver Kulturaustausch besteht seit vielen Jahren mit dem Berliner Stadtbezirk Treptow/Köpenick.

Auch im Bildungsbereich besteht eine enge Zusammenarbeit, beispielsweise der Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer. Das Tätigkeitsprogramm 2015 bis 2019 der Schweizerischen und der Deutschschweizerischen Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK und D-EDK sind vergleichbar der deutschen Kultusministerkonferenz) zeigte, dass Ziele und Aufgaben der EDK in vielerlei Hinsicht auch die liechtensteinische Bildungspolitik beeinflussen. In den Bereichen der Freizügigkeitsvereinbarungen, der Diplomanerkennung, der Sonderpädagogik und des Bildungsmonitorings bestehen weitgehend gleiche Interessen.

Im Sommersemester 2019 waren 20 Studierende aus Liechtenstein an einer deutschen Universität oder Hochschule eingeschrieben. Umgekehrt waren in Liechtenstein 2017 circa 186 deutsche Studierende zum Universitäts- oder Hochschulstudium eingeschrieben.

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