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Ber(li)ner Salon „Industrie 4.0“

14.11.2018 - Artikel

80 Gäste aus der deutschen und schweizerischen Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft bekundeten am Ber(li)ner Salon ihre Neugier am Zukunfts-Thema: „Was bedeutet Industrie 4.0 für uns alle?“. Es folgte ein kurzweiliger und informativer Abend, der durch das hochkarätig besetze Podium ermöglicht wurde.



Unter der Leitung der Moderatorin Karen Horn diskutierten: Robert Rudolph, Leiter Digitalisierung und Innovation bei Swissmem, dem führenden schweizerischen Verband für Firmen der Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie; Hartmut Rauen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA); Siegfried Gerlach, Generaldirektor (CEO) der Siemens Schweiz AG und Dr. Hans-Jürgen Urban, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied bei der IG Metall.

Unter Industrie 4.0 wird die Digitalisierung und Vernetzung entlang der Wertschöpfungskette verstanden, mit dem Ziel die Optimierung von Organisation und Steuerung der Prozesse herbeizuführen. „Industrie 4.0. bedeutet Zukunft mit Perspektive“, befand Robert Rudolph. Er sei davon überzeugt, dass vernetzte Systeme die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen erhöhen, Kosten reduzieren und die Entwicklung von maßgeschneiderten Lösungen für den Kunden ermöglichen.

Neben den Vorteilen kamen aber auch die befürchteten Nachteile der neuen technischen Möglichkeiten zur Sprache. Die Automatisierung der Wertschöpfungskette schürt vor allem bei den Arbeitnehmern Ängste. Es wurde die Frage aufgeworfen, ob die fortschreitende Digitalisierung zur Arbeitsplatzvernichtungsmaschinerie werde. Hartmut Rauen riet zu Gelassenheit: „Die Einbindung des Computers in die Arbeitswelt hat nicht zur Massenarbeitslosigkeit geführt, die Industrie 4.0 wird es auch nicht.“ Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer appellierte an jedes Unternehmen sich dem Thema zu widmen, welche Digitalkompetenz für den jeweiligen Mitarbeiter bereitgestellt werden müsse. In diesem Zuge stellte Siegfried Gerlach die „Digital-Drivers-Licence“ von Siemens vor. Die Lizenz ist ein E-Learning Programm, welches auf den individuellen Arbeitsplatz zugeschnitten ist und die erforderliche Digitalkompetenzen vermittelt. „Wir müssen uns unsere eigenen Fachkräfte ausbilden und unseren Führungskräften beibringen sie richtig anzuleiten“, erklärte der CEO von Siemens. Aus Sicht der Gewerkschaften plädierte Dr. Hans-Jürgen Urban dafür, dass ein Unternehmen die Beschäftigten bei jeder Leitentscheidung mitnehmen solle. „Der digitale Wandel gelingt nur durch Partizipation.“

Am Ende der Diskussion waren sich die Beteiligten einig, dass die Politik Industrie 4.0 durch eine moderne Bildungspolitik begleiten muss. Junge Menschen brauchen eine innovative und mit der Industrie abgestimmte Ausbildung, gleichzeitig muss das Angebot an Weiterqualifizierungsmaßnahmen für Erwachsene erweitert werden. „Die Digitalisierung hat die Industrie wieder hip gemacht, diese Chance müssen wir nutzen“, befand Dr. Hans-Jürgen Urban.


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