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Wie ist das Diplomatenleben? Vortrag von Botschafter Dr. Riedel am Kollegium St. Michael Fribourg

09.10.2018 - Artikel

Über Europa, das Diplomatenleben, Heimweh, Röstigraben und Rosinenpicken sprachen am 09. Oktober Botschafter Dr. Riedel und ca. 150 Schülerinnen und Schüler des Kollegiums St. Michael in Fribourg, der wunderschönen Stadt an der Schweizer Sprachgrenze.

Die Schülerinnen und Schüler interessierten sich v.a. für den Werdegang und die Aufgaben eines Botschafters („Was war Ihre wichtigste diplomatische Entscheidung?“), stellten aber auch spannende Fragen zum Verhältnis Schweiz-EU und internationaler Klimapolitik. Und auch persönliche Fragen hatten ihren Platz und wurden offen beantwortet („Hatten Sie jemals Heimweh?“ „Haben Sie schon einmal eine Entscheidung bereut?“).


Botschafter Dr. Riedel gab ausführlich Auskunft über seine Erfahrungen und  den Jugendlichen mit auf den Weg:

Ich hoffe, dass Sie sich alle beruflich verwirklichen können. Lassen Sie sich davon nicht abhalten, durch niemanden.


Vortrag von Botschafter Dr. Riedel am Kollegium St. Michael, Fribourg
Vortrag von Botschafter Dr. Riedel am Kollegium St. Michael, Fribourg© Botschaft Bern


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Die Schweiz ist womöglich das Paradies auf Erden. Sie hat in ihrer Geschichte viel erreicht.
Es ist toll, wie offen hier alle sind, und das macht großen Spaß.
Botschafter in der Schweiz zu sein ist der schönste Posten, den ich mir gerade vorstellen kann.
Botschafter in einem Nachbarland zu sein, ist ein großes Privileg, denn wir haben ganz besondere Beziehungen.
Deutschland und die Schweiz, wir sind bei fast allen Fragen in der Weltpolitik gleicher Meinung. Aber die Nachbarschaftspolitik ist etwas ganz spezielles und sehr interessant.
Ich würde es niemals wagen, Schweizerdeutsch zu sprechen, und alle haben mir geraten, es niemals zu versuchen.



Ein Land kann heute allein in der Welt nicht viel ausrichten.
Angesichts der globalen Entwicklungen sind Sie froh, wenn Sie mit anderen Staaten eine Union bilden können, um Ihre Interessen einzubringen.
Aus meiner Erfahrung vom Schüleraustausch mit Frankreich habe ich mitgenommen, dass es für Deutschland und für Europa gut ist, wenn wir zusammenarbeiten.



Innerhalb Europas ist es wichtig, dass wir als unmittelbare Nachbarn so gut und eng zusammenarbeiten wie möglich.
Die Schweiz müsste aus eigenem Interesse das bestmögliche Verhältnis zur EU haben.
Es geht nicht darum, ob die Schweiz in der EU sein sollte, sondern Sie müssen sich die Frage stellen, was dient dem Interesse der Schweizerinnen und Schweizer. Aber: Die Schweiz ist keine Insel.
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